Mi
31
Dez
2025
Es begann als eine Idee im Graubünden, die Liliane Rietberger unsere Ehrenpräsidentin hatte. Alle 2 Jahre wurde nun eine Erlebniswoche, jeweils in einem anderen Teil der Schweiz, von FNCH organisiert. Das Konzept war einfach: Etwas lernen, sich kreativ austoben und gemeinsam Schönes erleben. Neun unvergleichliche Erlebniswochen haben viele Mitglieder von FNCH begeistert.
Das Konzept ist genial: Jede Erlebniswoche ist an einem anderen Ort in der Schweiz wo gemeinsam genäht, gefilzt, gestrickt und genossen wird.
Dieses Jahr findet die 10. Erlebniswoche statt und das soll mit etwas Aussergewöhnlichem gefeiert werden.
«Schiff ahoi» heisst das Motto von unserer Jubiläums-Erlebniswoche von Fellnähen Schweiz. Unsere Reise führt vom Basel-Badischer Bahnhof (D) nach Kiel. Ab Mittwoch stechen wir mit dem
Kreuzfahrtschiff AIDA in die Ostsee Richtung Dänemark und wieder zurück. Was auch nicht fehlen darf, ist ein spezielles Nähobjekt, das von Fellnähen Schweiz vorbereitet wird.
Am 22.09.2025 starten 12 Personen in diese besondere Woche und schon zu Beginn gestaltet sich die Reise abenteuerlich, haben doch 2 Frauen durch unglückliche Umstände den Zug nach Kiel nicht erreicht. Aber unsere taffe Reiseleiterin Denise, löst das Problem noch am Badischen Bahnhof mit Ruhe und digitalem Geschick. So werden unsere 2 Kolleginnen immer etwas nach uns über dieselben Schienen nach Kiel reisen.
Die Zugsfahrt nach Kiel, dauert 8 Stunden und bietet die optimale Möglichkeit, auch den kreativen Teil einzuflechten. Ganz im Sinne der Selbständigkeit von FNCH, haben wir das Material Stoff gewählt. Die Nähmaschine ist eingefädelt und mit kundiger Unterstützung durch Denise, näht jede Frau ihr Reise-Nähtäschli. Zum Ausschmücken gibt es Knöpfe, Bänder, Perlen und Fell. Unser fahrendes Nähstübli sorgt ab und zu für staunende Gesichter und für uns ist die Fahrt kurzweilig.
Mit der Deutschen Bahn unterwegs sein heisst, sei auf alles gefasst: Verspätung, Zug fährt nur ein Teil der Strecke, Zug fällt aus! Wir haben das ganze Programm gebucht! So sind wir alle mit abenteuerlichen Erlebnissen aber immerhin kurz vor Mitternacht wohlbehalten im Hotel angekommen.
Am nächsten Tag wird Kiel erkundet, zu Fuss und per Fähre. Gemeinsam erleben wir einen abwechslungsreichen Tag, dies bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.
Mittwochmorgen und wir sind an der Kieler Förde zum Port Kiel unterwegs und dann sehen wir sie: Aida nova gigantisch gross und bereit für uns. Zuerst geht es durch die Sicherheitskontrolle, dann einchecken und nach dem Gruppenfoto die Gangway entlang aufs Schiff. Pünktlich legt die Aida ab und gleitet langsam aus der Kieler Bucht in die Ostsee.
Unsere drei Tage auf dem Schiff, sind klar geplant, Kopenhagen, Arhus, Kiel.
Als Erstes heisst es, Schiffsgeografie lernen, die Aida nova ist 337m lang, 50m breit und 18 Stockwerke hoch, mit 3 Lifthallen, eine im Bug, in der Mitte und im Heck. Mit diesem Wissen ausgestattet, findet man sich recht schnell zurecht und hat innert kürzester Zeit die 10`000 Schritte Limite geknackt. Es hat einfach alles auf diesem Schiff, aber das Schönste ist es sich auf einem der Aussendecks die frische Ostseeluft, um die Nase wehen zu lassen. Auch kulinarisch kann man sich in den verschiedensten Küchen der Welt bewegen.
Unser erster Landgang ist Kopenhagen, die ultimative Velostadt und absolut gemütlich, sympathisch und mit einer vielseitigen alten und neuen Architektur. Hier lässt es sich gut leben und der Wunsch, mehr von Dänemark kennenzulernen wird immer stärker.
Vor der Rückkehr auf die Aida, besuchen wir das Wahrzeichen von Kopenhagen, die kleine Meerjungfrau, sie schaut sehnsüchtig aufs Meer hinaus und wir nach Kopenhagen zurück, denn es würde noch so viel Sehenswertes geben.
Pünktlich und mit allen 6500 Passagieren an Bord, legt die Aida ab, und es geht weiter nach Arhus. Wir geniessen zum Teil gemeinsam oder auch individuell, die diversen Angebote des Schiffs.
Kurz nach Sonnenaufgang legen wir in Arhus an, der 2. Landgang ist organisiert. Wie schon in Kopenhagen, stehen Busse bereit, die uns in die Stadt fahren. Auch Arhus hat vieles zu bieten, und zu Fuss erkunden wir die Stadt, geniessen das schöne Wetter und das dänische Flair.
Dann heisst es zum letzten Mal, - Leinen Los - und die Aida gleitet mit ihren 8m Tiefgang ruhig und gesetzt aus der Bucht von Arhus in die Ostsee, zurück nach Kiel.
Der letzte Abend auf dem Schiff geniessen wir bei gutem Essen, schwungvoller Unterhaltung und einen letzten tollen Drink an einer der vielen Bars.
Am Samstag-Morgen legen wir pünktlich in Kiel an und zum letzten Mal hören wir die Stimme des Kapitäns: Einen traumhaften wunderschönen guten Morgen wünsch ich ihnen liebe Gäste, beim letzten Frühstück gehen mit vielen wunderschönen Eindrücken ein letztes Mal die Gangway hinunter, zurück aufs Festland.
Die Rückfahrt mit dem Zug geht problemlos und wir kommen sogar 2 Minuten früher als angegeben in Basel Badischer Bahnhof an. Tja die Deutsche Bahn kann auch das! Nun heisst es Abschied nehmen. Es war eine wunderbare Reise mit top Organisation und in absolut stimmiger Gesellschaft, Wir freuen uns auf die nächste Reise und diese können wir alle wohl ausgestattet mit den Jubiläums- Reise-Nähtäschli antreten.
AHOI -
und bis zum nächsten Mal
Di
30
Dez
2025
Wir treffen uns in Bonstetten im Kirchgemeindehaus und schon beim Eintreten in den vorbereiteten Raum, wird sichtbar, dass uns viel erwartet. Regula Leutert begrüsst uns alle herzlich, sie wird uns in die Welt des Hohlkörperfilzens einführen.
Die theoretische Einführung erklärt uns den Unterschied von Trocken zu Nassfilzen, da wir im Bereich Nassfilzen arbeiten werden, erklärt sie den Vorgang detaillierter. Regula hat bereits fertige Objekte bereitgestellt, die uns zeigen, was im Bereich Holkörper filzen möglich ist. Auch an Literatur hat sie einiges mitgebracht und überwältigend ist die Anzahl an Kisten, mit Wolle in allen Farben und Verarbeitungsarten. Jetzt geht es in die Praxis. Für jede von uns ist ein ganzer Tisch vorbereitet und es wird sichtbar, dass Hohlkörper - Filzen eine mittlere bis grosse Materialschlacht bedeutet.
Wir beginnen mit einem kleinen gemeinsamen Projekt, um ein Gefühl für die Vorgänge im Nassfilzen zu bekommen. Wolle aussuchen, Gerätschaften kennen lernen und dann beginnt das Handwerk und wir erleben wie aus gekardeter Wolle, Wasser und Seife Filz entsteht. Nach konzentriertem beinahe meditativem Arbeiten hat am Ende jede von uns eine eingefilzte Seife vor sich, jede einzigartig und passend zu der Herstellerin. Nun etwas vertrauter mit dem Handwerk, beginnt jede von uns mit ihrem Projekt unter der geduldigen und ruhigen Anleitung von Regula.
Uns wird rasch klar, dass es ein sehr komplexes Handwerk ist und sehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung benötigt. So entstehen Schritt für Schritt die Projekte, jede ist konzentriert und mit ganzem Körpereinsatz am Arbeiten.
Auslegen – Seife darüber raspeln – heisses Wasser darüber spritzen – Bubblefolie drüber – mit viel Gefühl und Geduld reiben – walken – drücken.
Die Mittagspause kommt viel zu schnell und doch ist es ein willkommener Unterbruch, um sich auszutauschen und weitere Fragen an Regula zu stellen.
Sie hat ein unglaubliches Wissen und noch viel mehr Ideen.
Den ganzen Nachmittag wird fleissig weitergewerkelt und nach und nach werden die verschiedenen Hohlkörperwerke fertig. Windlichter, Armstulpen, Lampen, ein jedes Objekt im ganz persönlichen
designe.
Im Raum herrscht eine kreative Kraft und alle sind total begeistert und weitere Projekte werden mit Regula besprochen, was in der verbleibenden Zeit noch machbar ist und die Vorbereitungen für
eine weitere Arbeit werden gestartet. Regula unterstützt, erklärt und gibt all ihr Wissen weiter. Bei wichtigen Arbeitsschritten zeigt sie uns auf was zu achten ist. So vergeht die Zeit rasch und
wir können fast nicht aufhören, so hat uns das Filzen vereinnahmt.
Als Tagesabschluss gehen wir gemeinsam Essen und wen wunderts, die Gespräche sind gefüllt mit Wolle.
Am Sonntagmorgen treffen wir uns wieder hochmotiviert im Kirchgemeindehaus in Bonstetten. Weitere KEFA-Frauen sind eingetroffen, für die Teilnahme an der Herbstversammlung. Zügig, konstruktiv und mit tollem Engagement, können wir die Versammlung abhalten.
Aus der Küche duftet es verführerisch, wir werden mit Lasagne und Salat aus dem Hause Leutert verwöhnt und mit angeregten Gesprächen geniessen wir die Mittagspause.
Der Nachmittag wird nochmals genutzt zum Filzen und wir haben noch eine KEFA-Frau zum Mitmachen verführen können. Alle geplanten und ungeplanten Objekte werden vollendet und am Abend können wir unsere Werke schön arrangiert bewundern.
Eine letzte Austauschrunde soll unser Weiterbildungswochenende vollenden. In Gespräch wird klar, für sich einen weiteren Hohlkörper zu filzen, wird möglich sein, aber einen Kurs erteilen, übersteigt dann doch unser Wissen und Können. Was wir weitergeben können, ist die Begeisterung für das Hohlkörperfilzen und die Empfehlung von unserer genialen Fachfrau Regula.
Text und Fotos: Brigitte Kummer