Wir treffen uns in Bonstetten im Kirchgemeindehaus und schon beim Eintreten in den vorbereiteten Raum, wird sichtbar, dass uns viel erwartet. Regula Leutert begrüsst uns alle herzlich, sie wird uns in die Welt des Hohlkörperfilzens einführen.
Die theoretische Einführung erklärt uns den Unterschied von Trocken zu Nassfilzen, da wir im Bereich Nassfilzen arbeiten werden, erklärt sie den Vorgang detaillierter. Regula hat bereits fertige Objekte bereitgestellt, die uns zeigen, was im Bereich Holkörper filzen möglich ist. Auch an Literatur hat sie einiges mitgebracht und überwältigend ist die Anzahl an Kisten, mit Wolle in allen Farben und Verarbeitungsarten. Jetzt geht es in die Praxis. Für jede von uns ist ein ganzer Tisch vorbereitet und es wird sichtbar, dass Hohlkörper - Filzen eine mittlere bis grosse Materialschlacht bedeutet.
Wir beginnen mit einem kleinen gemeinsamen Projekt, um ein Gefühl für die Vorgänge im Nassfilzen zu bekommen. Wolle aussuchen, Gerätschaften kennen lernen und dann beginnt das Handwerk und wir erleben wie aus gekardeter Wolle, Wasser und Seife Filz entsteht. Nach konzentriertem beinahe meditativem Arbeiten hat am Ende jede von uns eine eingefilzte Seife vor sich, jede einzigartig und passend zu der Herstellerin. Nun etwas vertrauter mit dem Handwerk, beginnt jede von uns mit ihrem Projekt unter der geduldigen und ruhigen Anleitung von Regula.
Uns wird rasch klar, dass es ein sehr komplexes Handwerk ist und sehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung benötigt. So entstehen Schritt für Schritt die Projekte, jede ist konzentriert und mit ganzem Körpereinsatz am Arbeiten.
Auslegen – Seife darüber raspeln – heisses Wasser darüber spritzen – Bubblefolie drüber – mit viel Gefühl und Geduld reiben – walken – drücken.
Die Mittagspause kommt viel zu schnell und doch ist es ein willkommener Unterbruch, um sich auszutauschen und weitere Fragen an Regula zu stellen.
Sie hat ein unglaubliches Wissen und noch viel mehr Ideen.
Den ganzen Nachmittag wird fleissig weitergewerkelt und nach und nach werden die verschiedenen Hohlkörperwerke fertig. Windlichter, Armstulpen, Lampen, ein jedes Objekt im ganz persönlichen
designe.
Im Raum herrscht eine kreative Kraft und alle sind total begeistert und weitere Projekte werden mit Regula besprochen, was in der verbleibenden Zeit noch machbar ist und die Vorbereitungen für
eine weitere Arbeit werden gestartet. Regula unterstützt, erklärt und gibt all ihr Wissen weiter. Bei wichtigen Arbeitsschritten zeigt sie uns auf was zu achten ist. So vergeht die Zeit rasch und
wir können fast nicht aufhören, so hat uns das Filzen vereinnahmt.
Als Tagesabschluss gehen wir gemeinsam Essen und wen wunderts, die Gespräche sind gefüllt mit Wolle.
Am Sonntagmorgen treffen wir uns wieder hochmotiviert im Kirchgemeindehaus in Bonstetten. Weitere KEFA-Frauen sind eingetroffen, für die Teilnahme an der Herbstversammlung. Zügig, konstruktiv und mit tollem Engagement, können wir die Versammlung abhalten.
Aus der Küche duftet es verführerisch, wir werden mit Lasagne und Salat aus dem Hause Leutert verwöhnt und mit angeregten Gesprächen geniessen wir die Mittagspause.
Der Nachmittag wird nochmals genutzt zum Filzen und wir haben noch eine KEFA-Frau zum Mitmachen verführen können. Alle geplanten und ungeplanten Objekte werden vollendet und am Abend können wir unsere Werke schön arrangiert bewundern.
Eine letzte Austauschrunde soll unser Weiterbildungswochenende vollenden. In Gespräch wird klar, für sich einen weiteren Hohlkörper zu filzen, wird möglich sein, aber einen Kurs erteilen, übersteigt dann doch unser Wissen und Können. Was wir weitergeben können, ist die Begeisterung für das Hohlkörperfilzen und die Empfehlung von unserer genialen Fachfrau Regula.
Text und Fotos: Brigitte Kummer